Hi Steveschick,
ahso! Dann hat der doch gelinkt, dachte haettest `nen falsch eingegeben, da`s wieder zu einem Deiner Beitraege auf DIP fuehrt.
Nikola,
ich selber zaehle mich auch nicht zu denen die eienen Drink ablehnen, aber wie Du bereits erwaehntest es geht hier vermehrt eigentlich nur um`s "Abdichten" oder auch Pommie like Binge Drinking; as per Schedule.
Da spielt es keine Rolle, ob die Party oder auch Veranstaltung unterhaltsam war und man sich so vor lauter Plauderei & Spass "einen" zu viel genehmigt hatte, sondern es wird in gesetztem Zeitrahmen so viel reingeschuettet wie nur irgendwie geht.
Auch das habe ich schon mehrfach erlebt.
Ist man auf Party in Function Centres oder ebenso im Ehibition Convention Centre eingeladen geht das ja strikt nach dem gebuchten Zeitrahmen. Da ist Froehlichsein von 6:00pm - 1:00am, dann gehen die Lichtlein an, die Deko wurde schon etwas frueher abgeraeumt und alle - bis auf wenige wirkliche aufaellige Ausnahmen- gehen dann brav nach Hause. Feiern nach Stundenplan.
Gewonnen hat der, der bei naechster Uebereinkunft am Lautesten darueber jammert fuer wie lange & schmerzhaft sein Hangover war.
Macht man bei diesen Saufgelagen nicht mit, weil man nicht will oder es auch vorzieht noch selber zu fahren ( Haehh, hab` ich das jetzt geschrieben? Ich erkenne mich gar nicht wieder! ), lehnt auch nur ein Bierchen ab dann stimmt mit demjenigen etwas nicht....ist kein real mate. Man geht eher auf Distanz.
Ausgelassenes feiern bis in die Morgenstunden bei allgemeiner Heiterkeit geht mir hier ein bissel ab.
Na und die Tavernen in den Suburbs, da kann einem ja die Laune auf ein Bierchen vergehen. Schicke Neonbeleuchtung und das Klientel sieht oft auch dodgy aus.
Wenigstens muss man keine Angst haben von denen gebissen zu werden auch wenn`se noch so bissig dreinschauen, haben sie augenscheinlich doch nur noch ein paar wenige funktionale Beisserchen verbleibend in ihrer Futterluke.
Spriritualitaet, Philosophie und andere tiefschuerfende Themen sind tatsaechlich Fehlanzeige. Ebenso bei
ehemals deutschen die hier schon > 50 Jahre sind. Speziell meine ich in diesem Fall auch Familie meinerseits.
Im Privaten sieht`s anders aus,
"draussen" allerdings hat man sich wenn man so will
angepasst. Das betrifft
die erste Generation, die
nach dem Krieg selbst in einem Einwanderungsland mit "Weisser Politik" einen
schweren Stand hatte. So galt es damals so schnell wie mgl das
Deutschtum zu verbergen!
Die zweite Generation allerdings ist nach "draussen" wie familienintern bereits Aussie.
Bigger is better, es zaehlt der Was-Weiss-Ich-Wieviel-Zoll-Grosse Flat Screen TV. Oder heisst das nu` Plasma- oder LCD- Glotze? Und man ist immer schoen auf seinen eigenen Vorteil bedacht.
Was habe ich von meinem Gegenueber? Bringt`s mir was, mich mit dem zu unterhalten? Mich mit ihm und seinen Thesen auseinander zu setzen?
Religion, Spiritualitaet. Anhaenger dieser Gruppierungen werden ueberwiegend als
Bibel Basher verpoehnt.
Wundert mich jedoch nicht wirklich, denn ich hatte mal die Ehre einem Poetry- Festival in Melbourne beizuwohnen. Wow, da stellten sich mir ganz schoen die Nackenhaare auf. Was ja vielleicht nichts heissen mag, bin ich doch eher als Greenhorn in Sachen Poetry einzustufen. Aber selbst die erfahrerernen rollten mit den Augen. Somit lag ich mit meinem Empfinden nicht allzusehr im Abseits.
Wenn`s allerdings darum geht
gegen den Islam zu sein, dann
beruft man sich wiederum gern auf seinen
christlichen Background.
Eigentlich aber wollte ich nur folgenden Beitrag einer anderen Quelle hier zu diesem Thema einfuegen.
Er soll ein wenig zum Nachdenken anregen und natuerlich Feedbacks, Reaktionen bei den DIPlern ausloesen:
".....das passt sehr gut zum Thema und sagt einiges über die australische Problematik des "langweiligen Landes" aus.
Ich habe es selbst miterlebt. Ein befreundeter Farmer vermisste eines Morgens einen seiner Angestellten, fährt vorbei und findet ihn mit "weggeschossenem" Kopf in seinem Haus. Kurz vorher hatte ihn das 2. Mal eine Freundin verlassen, um nach Brisbane zu ziehen. Mittlerweile gab es in seinem kleinen Ort und in der Umgebung keine geeignete Frau mehr in seinem Alter (Mitte 20).
Und da wären wir doch wieder beim Thema! Warum ist das so? Nein, jetzt kommt mir NICHT mit dem Argument der fehlenden Jobs, denn das trifft nur teilweise das Problem.
WEIL es langweilig ist!!
Das von Dick angesprochene Syndrom heisst übrigens richtig "Tall Poppy Syndrome" und ist in Australien und anderen Ländern schon lange ein Thema, ganz besonders bei wissenschaftlichen Studien. Hier könnte man mit der Problematik weiter ansetzen.
Links zum Thema: http://www.convictcreations.com/culture/poppy.htm http://www.bullyonline.org/schoolbully/gifted.htm
Frei übersetzt: Die grosse Mohnblume, die in einem Feld über all die anderen, kleineren Mohnblumen ragt, MUSS auf die Grösse der anderen zurechtgestutzt werden.
oder
Simpel ins Deutsche übertragen. Kennt ihr den Spruch: "Du glaubst wohl, Du bist was Besseres!"
Ich habe zum ersten Mal davon gehört, als mir 1995 eine australische Psychologiestudenten erzählte, sie würde darüber ihre Magisterarbeit schreiben. Ich war schon ein wenig geschockt, als sie mir berichtet, dass man in Australien niemals erzählen würde, dass man z.B. eine Putzfrau hat, dass man auf einer sehr guten Schule war, dass man Geld geerbt oder einen superguten Geschäftsabschluss getätigt hat. Alles was sich auch nur im entferntesten nach Prahlerei anhöhrt, würde sofort als negative Charaktereigenschaft angesehen - wäre damit absolut verpöhnt.
Damals kam mir wieder so einiges ins Gedächtnis, was ich auf meinen Reisen erlebt hatte: Meine Freunde in Sydney, die mit mir und ihren Freunden astreines Englisch sprechen und im Supermarkt an der Ecke oder beim Bäcker plötzlich in den kaum zu verstehenden australischen "Hey-Mate-Slang" wechseln.
Oder John aus Melbourne, den ich in Longreach kennenlernte und der erst bei einem Notfall (einer im Hostel hatte einen Hitzschlag) erzählte, dass er Arzt ist. Vorher hatte er schüchtern erklärt, der "arbeite in einem Krankenhaus".
Und warum ist das so?
Ich möchte wieder auf eines meiner früheren Postings zurückkommen.
"[b]Brave Arbeiter" und "ständige Menschen", Wally, .... es ist nichts Negatives daran, brav und anständig zu sein. Da hast Du mich falsch verstanden!
ABER ... diese Menschen prägten und prägen Australien und diese Menschen haben das "Tall Poppy Syndrome" ausgelöst.
Wenn jedes Anderssein in einem Land im Keim erstickt wird, dann ist und bleibt es ein Land von Spiessbürgern und Kleingeistern und .... selbstverständlich .... verlassen "die Anderen", die, die ein Land erst interessant machen (ich habe das bereits erwähnt) das Land oder werden, noch grässlicher, mundtot gemacht........"
In freudiger Erwartung Eurer Beitraege,
Max