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Nikola Kress ist nicht nur Moderatorin bei www.deutscheinperth.net, sondern auch als erfahrene Krankenschwester im Outback von Western Australia unterwegs. In diesem Artikel teilt sie mit uns die Erfahrungen ihres letzten Trips.
Gut drei Jahre ist es her seit ich zum letzten Mal mein Auto gepackt habe und “auf’s Land” gefahren bin, um dort in einem gottverlassenen Ort Nachtwachen in einem der Buschkrankenhäuser zu machen.
Eher zähneknirschend hab’ ich am 24. Dezember meinen Koffer
geschnappt und das Auto beladen. In meinem Lieblingskrankenhaus in
Perth ist es in den letzten paar Wochen so ruhig geworden, daß mir
meine Arbeitsvermittlungsagentur keine Schichten mehr verschaffen
konnte. Um Weihnachten und Neujahr werden viele Patienten nach Hause
entlassen, planbare OPs werden verschoben, und das Krankenpersonal, das
noch auf den Stationen rumlungert ist weniger mit Patienten beschäftigt
und mehr mit Weihnachtsdekoration…
Widerwillig hab ich das Auto durch dichten Feiertagsvekehr in Perth
gesteuert, um schließlich auf dem “Great Eastern Highway” meinem Ziel
entgegen zu fahren: Einem kleinen Ort im Wheatbelt ca. 250 km östlich
von Perth namens “Quairading” (aboriginal für “kleines Buschkänguru”,
die in diesem Ort heimisch sind).
Ich kenne Quairading gut von früheren “Buschverträgen”. Die Leute
sind bärbeißig, mit allen Wassern gewaschen (und oft ungewaschen), und
äußerst freundlich.
Auf der Höhe von York, merke ich, wie der “Citystress” von mir
abfällt, ich stelle das Radio lauter und fange lauthals an mitzusingen…
Triple J, der einzige brauchbare Sender der Welt. Ab York gehört es
dann auch zum guten Ton, die entgegenkommenden Fahrzeuge mit
freundlichem Winken zu grüssen, und ich denk’ mir: “Moment mal… Warum
wollte ich eigentlich keine Verträge mehr auf dem Land annehmen?” und
ich zerbrech mir den Kopf, komm’ aber nicht drauf.
Nach knapp 3 Stunden Fahrt komme ich in Quairading an und muß feststellen, daß sich auf den ersten Blick nichts verändert hat.Nachdem das Auto abgestellt ist mach ich mich auf den Weg ins Krankenhaus um die Schlüssel für meine Bleibe abzuholen.
Es ist verdammt heiß. Man möchte ja nicht als Weichei gelten, und so wage ich nicht mich zu beschweren. Später allerdings erfahre ich, daß diese Rekordtemperaturen für Westaustralien über die Feiertage nur von einem Ort in der Welt überflügelt wurden - der Sahara!
Ich mach mich bei den diensthabenden Schwestern, Sarah aus England und Pat, einer Ortsansässigen bekannt. Typisch für das australische Outback: Auch wenn man sich nicht persönlich kennt, hat man doch meistens gemeinsame Bekannte, oder zumindest Bekannte die gemeinsame Bekannte haben. Das kommt daher, weil heimische Australier sowie Zugezogene abundzu auf “walkabouts” gehn, wenn ihnen das Dach überm Kopf zusammenbricht und sie mal was anderes sehn wollen.Für Krankenschwestern ist das sehr einfach, da wir überall gebraucht werden und im Handumdrehn einen Job bekommen.
Wie dem auch sei, wir kommen ins Tratschen und tauschen uns über verschiedene andere Krankenhäuser, Ortschaften und Kollegen aus. Ich erfahre, daß alle Alten, für die ich drei Jahre zuvor gesorgt habe inzwischen verstorben sind. Also doch Veränderung…
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